
Für einen Hospizverein ist es normal, sich mit dem Themen Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Deshalb ist es auch selbstverständlich, neugierig zu bleiben, um Neues zu entdecken und stets über aktuelles Wissen zu verfügen.
So buchte man einen Besuch bei dem Bestattungsunternehmen „plan. b“ in Regensburg. Plan b. steht für einen alternativen Plan, falls der ursprüngliche fehlschlägt. Das Unternehmen ist eine Alternative für Menschen, die mit dem Tod konfrontiert werden, ohne vorher daran gedacht zu haben, folglich keinen Plan haben. Magdalena Schwarzwald, eine der beiden jungen Geschäftsführerinnen, begrüßte die Gruppe von 7 Frauen und 2 Männern in einer pinkfarbenen Sweatjacke fröhlich und unkonventionell. Sie stellte klar, dass das Rad nicht neu erfunden werden sollte, dass sie und ihre Mitinhaberin aber mehr bieten wollten als alte Bestattungs-muster. So bieten sie eine umfassende Betreuung und Begleitung an, wenn es um Tod und Abschiednehmen geht: „vorher, währenddessen und danach mit dem Blick auf das große Ganze“. Die Begleitungen werden so individuell und persönlich gestaltet wie es sich die Menschen in ihrem individuellen Trauerprozess wünschen und zulassen, so dass es am Ende für die Menschen passt, von denen sich verabschiedet wird und die sich verabschieden. Betroffene erhalten stets die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit: beim Waschen und Ankleiden des Verstorbenen, bei der Gestaltung der Trauerfeier und des Sterbebildes, des Sarges oder der Urne. Beeindruckt waren die Besucher über die Vielfalt von Formaten, Texten und Bildern auf den Sterbebildchen – vom Foto über persönliche Zeichnungen bis zum Lieblingsrezept. Offene Kommunikation und Transparenz sind von großer Bedeutung, damit Wünsche umgesetzt werden können und doch bezahlbar bleiben. Auffallend ist eine reduzierte, nachhaltige Produktpalette. So wird nur ein Sargmodell in naturbelassenem Kiefernholz angeboten, das viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten zulässt mit Farben, Kreiden oder Spray für Formen, Schrift oder Gemälde. Urnen – vor allem verrottbare – stehen in größerer Auswahl zur Verfügung. Beeindruckt war man von den Papierurnen, die das Regensburger Jungunternehmen „Urnfold“ faltet oder als Bausatz liefert.
Plan b. ist ein Bestattungsunternehmen, das eine zukunftsoffene Atmosphäre schafft, indem sie den Tod gezielt als Teil des Lebens sieht durch Einbeziehung der Hinterbliebenen.
Vielfältige kulturelle und kreative Angebote des Bestattungshauses ermuntern regelrecht, sich dem Tod aus verschiedenen Richtungen zu nähern, „mal lustig, mal andächtig, mal ganz unerwartet“ immer mit dem Ziel, den Tod im Leben anzunehmen und als unausweichlich zu begreifen.